Was uns im Augenblick des Sehens als objektive Realität erscheint, ist eigentlich eine höchst subjektive Illusion, denn was wir wahrnehmen, wird wesentlich von unserem Gehirn beeinflusst. Das was auf der Netzhaut entsteht, ist eigentlich ein seitenverkehrtes, auf dem Kopf stehendes Bild, das von unserem Gehirn aus praktischen Gründen umgedreht wird. Da sich Fotokameras im Wesentlichen derselben Technik bedienen, wie unser Auge, wird beim Vorgang des Fotografierens das Bild ein weiteres Mal auf den Kopf gestellt. Bei den Bildern der Serie Opsis wird dieser doppelte Umkehrmechanismus des Sehens und Fotografierens in Szene gesetzt, indem anstatt des Bildes auf der Netzhaut bzw. in der Kamera die reale Person umgedreht wird. Auf diese Weise entstehen Bilder, die man als „Trompe-l'oeil-Fotografien“ bezeichnen könnte („Trompe-l’œil“: frz. „täusche das Auge“), denen es mit einfachsten Mitteln gelingt das Auge zunächst zu täuschen und in der Folge Sehkonventionen zu hinterfragen.


What for us at the moment of seeing appears to be objective reality, is actually a highly subjective illusion, because what we perceive is significantly influenced by our brain. What is produced on our retina is actually a reversed, upside-down image that is turned by our brain for practical reasons. Since cameras are based essentially on the same technology as our eye, the image is turned upside down a second time in the process of photographing. In the images of the series Opsis this double inversion mechanism of seeing and photographing is staged by flipping the real person rather than the image on the retina or in the camera. The resulting images could be described as "trompe l'oeil photographs" ("trompe l'oeil": fr. "deceive the eye"), first succeeding to deceive the eye by the simplest means, and to question visual conventions subsequently.


2013/14 Wien, Berlin / Vienna, Berlin
Printendfertigung: Inkjetdruck, kaschiert auf Aludipond / Completion: Inkjet Print, laminated on Aludipond
Größe / Size: 30 x 35 cm
Auflage / Edition: 5 + 2