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Zur “natürlichen” Umgebung von Autos gehören Asphalt und Beton. Seltsam fehl am Platz wirken die Fahrzeuge in den scheinbar unendlichen Weiten des australischen Outbacks. Dabei ist das Auto heute für die meisten Menschen die Voraussetzung dafür, überhaupt noch mit weitgehend unberührter Natur in Kontakt zu kommen. Dieser durchaus reizvolle Kontrast zwischen einsamer Landschaft und metallisch glänzender Maschine ist auch fixer Bestandteil der Autowerbung: mit dem richtigen Wagen kann man die Schönheiten der Natur genießen und ist gleichzeitig vor den von ihr ausgehenden Gefahren geschützt.
Das australische Outback mit seinen klimatischen Extremen gilt als Inbegriff der rauen und abenteuerlichen Seite der Natur. Die auf den ersten Blick unwirtlichen Landschaften erweisen sich in den verschiedenen Teilen des Kontinents als erstaunlich vielfältig. Konstant ist nur das Phänomen der gestrandeten Autos, die inmitten der Natur eine unfreiwillige Pause einlegen. Zu alt oder zu kaputt, als dass sich eine Reparatur unter diesen widrigen Umständen noch lohnen würde, durchziehen sie in verschiedenen Stadien des Verfalls die Landschaften. So verharren sie an abgeschiedenen Orten bis sie in unregelmäßigen Abständen eingesammelt und endgültig entsorgt werden. In diesem unbestimmten Zustand zwischen funktionstüchtigem Fortbewegungsmittel und unbrauchbarem Schrotthaufen verweilen sie stumm am Straßenrand. Inmitten der durchwegs kargen, abgeschiedenen Landschaft wirken sie erstaunlich verletzlich und erwecken einen unwirklichen Eindruck. In dieser surreal anmutenden Welt findet sogar ein weitab jeder Wasserfläche gestrandetes Boot seinen scheinbar logischen Platz.
Das einförmige Dasein der ehemaligen Fortbewegungsmittel wird immer wieder unterbrochen durch (noch) funktionstüchtige Fahrzeuge, die am schnurgeraden Highway in manchmal höllischem Tempo vorbeirasen1. Mit ihnen entspinnt sich eine Art flüchtiger Dialog. Bevor sie rasch am Horizont verschwinden erlauben sie den Zurückgebliebenen gleichsam einen Blick in die eigene, noch gar nicht so weit zurückliegende, Vergangenheit. Diese wiederum werden für die vorbeifahrenden Autos zu ephemeren Denkmälern der eigenen, vielleicht gar nicht so fernen, Ersetzbarkeit.

Asphalt and concrete form the “natural” environment of cars. In the seemingly endless expanse of the Australian outback the vehicles appear oddly out of place. At the same time the car for most people today is the prerequisite to even come in contact with largely untouched nature. This quite charming contrast between a lonely landscape and a metallically gleaming machine is also an integral part of car commercials: with the right car you can enjoy the beauty of nature while at the same time you are protected from its dangers.
The Australian outback with its climatic extremes is considered to be the epitome of the rough and adventurous side of nature. The seemingly inhospitable landscapes turn out to be astonishingly diverse in different parts of the continent. The only constant is the phenomenon of stranded cars on an involuntary break in the midst of nature. In various stages of decay they populate the landscape – too old or too broken to be worth repairing under these adverse circumstances. They thus remain in remote places until their collection and final disposal at irregular intervals. In the meantime they dwell silently on the roadside in an indefinite state between functional means of transport and useless scrap heap. In the middle of a largely barren and secluded landscape they appear surprisingly vulnerable and unreal. In this surreal-looking world even a boat stranded far away from any water seems to fit in logically.
From time to time (still) functioning vehicles, which rush along the dead straight highway at sometimes breakneck speed2 interrupt the monotonous existence of the former means of transportation. They enter into a kind of fleeting dialogue with the stranded cars. These catch a glimpse into their own, not so distant, past, before their successors disappear quickly on the horizon. In turn they become ephemeral memorials of the perhaps not so distant replaceability of the passing cars.

Australia 2017
Serie in 14 Bildern / Series in 14 scenes